Wehmut

Ich weiß, ich bin spät dran. Aber es ist gerade viertel nach neun abends und damit zählt’s noch als heute. Ich war heute den ganzen Tag beschäftigt, deshalb komme ich erst jetzt dazu, zu schreiben. Die Kleine schläft, wir sitzen im Wohnzimmer und können uns entspannen.

Gestern abend hab‘ ich um die Zeit ein bisschen in meinen anderen Postings auf diesem Blog gestöbert. Den etwas älteren Postings. Angeregt dazu hat mich ein Kommentar, den ich gestern unter meinem zweiten „Monday Thoughts“-Post bekommen habe. Wer mag, kann den Kommentar von Ronja ja kurz lesen, ich warte hier so lange. 😉


Ich habe den Geburtsbericht gelesen, den ich hier vor einiger Zeit veröffentlicht habe. Den Post, in dem ich die Geburt meiner Tochter schildere. Ich habe mich zurück erinnert an die zwei Tage im Krankenhaus, bevor sie da war und die Anstrengung. Die Schmerzen. Die Aufregung. Und das wahnsinnige Glücksgefühl, als Felicitas dann endlich da war. Und wisst ihr was? Ich könnt schon wieder!
Also, ich sollte natürlich nicht schon wieder. Zum Einen ist die Schwangerschaft erst fünf Monate her und das wäre einfach unvernünftig, mit einem Säugling zu Hause schon wieder schwanger zu werden. Zum Anderen sollte man nach einem Kaiserschnitt mindestens ein (je nach Arzt-Meinung besser zwei) Jahr warten, bevor man wieder schwanger wird. Das wird geraten, damit man das Risiko einer Uterus-Ruptur verringert. Eine Uterus-Ruptur ist ein lebensbedrohlicher Riss, der unter der Geburt in der Gebärmutter auftreten kann. Lebensbedrohlich übrigens für Mutter und Kind. Und wenn man eh schon eine Narbe in der Gebärmutter hat, ist diese Stelle natürlich quasi eine „Sollbruchstelle“, vor allem in den ersten Monaten nach der Geburt. Deshalb werden wir natürlich noch warten. Aber ganz ehrlich? Ich möchte gern noch ein zweites Kind. Und, egal, wie anstrengend die Geburt von Felicitas war, ich würde das jederzeit wieder machen.

Deshalb bin ich ein bisschen „wehmütig“. Nicht, dass ich meiner ersten Schwangerschaft hinterhertrauern würde, aber es ist schon eine besondere Zeit. Schwanger zu sein und dann ein Kind zu kriegen, dass ist etwas ganz Besonderes. Ein Wunder. Und ich möchte das gern nochmal erleben. Nochmal ein Kind zur Welt bringen und all die Dinge, die ich im Moment tue, nochmal tun dürfen.

Irgendwann…

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A day in the life…

Es ist Donnerstagmittag, 12 Uhr. Meine Tochter spielt auf ihrem Spielteppich mit Spielbogen und ich sitze am Laptop. Und überlege, was ich heute schreiben möchte. Dabei denke ich darüber nach, wie unsere Tage hier so ablaufen und wann ich Zeit habe, diese Beiträge zu schreiben. Deshalb möchte ich heute mal ein paar Worte zu einem „typischen“ Tag im Leben von Felicitas und ihrer Mama (also mir) verlieren.


Zunächst mal: Eigentlich gibt es keinen „typischen“ Tag in unserem Leben. Jeder Tag ist unerschiedlich, abhängig davon, was bei mir an Terminen oder Erledigungen anliegt, wie es Felicitas geht, wann wir aufstehen und so weiter.

Also, im Normalfall stehen wir zwischen acht und neun Uhr auf. Das kommt darauf an, ob und wenn ja, wann Felicitas nachts wach wurde und Hunger hatte. Da der Männe arbeiten muss, übernehme ich dann nämlich die nächtliche Fütterung und muss dann den Schlaf entsprechend nachholen – und meine Tochter glücklicherweise auch. Wir stehen ohne klassischen Wecker auf (Felicitas eignet sich schon generell sehr gut als Wecker) und im Normalfall geht’s dann zunächst an die Morgentoilette, sowohl für Felicitas als auch für mich.
Da Felicitas ihr erstes Frühstück ja meist schon hatte, bekomme dann erstmal ich etwas zu essen. Felicitas hat meistens nicht sofort Hunger und für sie gibt’s dann die nächste Flasche ganz nach Bedarf. Wenn ich also gefrühstückt habe, richte ich mich wieder ganz nach meiner Tochter: Hat sie Hunger? Die Windel nochmal voll? Will sie spielen? Ist sie schon wieder müde?

Es wird gefüttert, gewickelt, gewaschen, gespielt und das so lange, bis die Kleine wieder müde ist und ihr erstes Vormittagsschläfchen macht. Das macht sie entweder in ihrer Wippe, in ihrem Bett oder in meinem Bett auf mir, je nachdem, wie’s ihr geht. Wenn sie nicht gerade auf mir schläft, kann ich in der Zeit das erste Mal produktiv werden. Ich arbeite also ein paar Aufträge ab, räume die Spülmaschine ein oder schmeiße den Sterilisator für ihre Fläschchen und so an. Dann nutze ich die Zeit manchmal, um mich ein bisschen „ausgehtauglich“ zu machen, also ordentliche Klamotten anzuziehen und mich ggf. sogar zu schminken.

Nach diesem ersten Schläfchen will Felicitas meistens spielen, zum Beispiel, so wie heute, auf ihrem Spielteppich. Ich kann in der Zeit etwas lesen, etwas arbeiten, oder einen Beitrag für den Blog schreiben. Manchmal braucht sie Hilfe, wenn sie sich wieder in eine Position gekullert hat, aus der sie nicht alleine raus kommt. Manchmal spielen wir auch zusammen, da richte ich mich ganz nach meiner Tochter und ihren Bedürfnissen.
An anderen Tagen nutzen wir diese Zeit für einen kleinen Einkauf. Wir gehen zu Fuß, also ich gehe zu Fuß. Felicitas trage ich dabei meistens mit der Babytrage. Manchmal nehmen wir auch den Kinderwagen, vor allem, wenn wir größere Mengen einkaufen oder sperrige Gegenstände (zum Beispiel ein Jumbopaket Windeln oder Toilettenpapier).

Nach dem Einkauf oder der Spielsession gibt’s Mittag für Felicitas. Manchmal danach auch für mich, aber meistens habe ich an dem Punkt noch keinen Hunger. Nach dem Mittagessen gibt’s den altbekannten Mittagschlaf. In der Zeit kann ich dann nochmal ganz in Ruhe ein bisschen was arbeiten oder im Haushalt machen. Wenn meine Tochter nicht gerade auf mir schläft oder ich so müde bin, dass ich auch ein Nickerchen machen muss. 😉

Kurz nach dem Mittagschlaf (manchmal auch schon währenddessen) kommt Felicitas‘ Papa dann nach Hause. Es wird wieder gespielt, gefüttert und dann gibt’s auch irgendwann Essen für die Eltern. Je nachdem, was es gibt, darf Felicitas mitessen bzw. probieren. Natürlich nur, wenn sie mag. Den Rest des Abends verbringen wir ganz oft mit kuscheln und spielen, wenn nicht gerade Termine anliegen oder wir zum Sport gehen. Dann passt meistens meine Schwiegermutti auf die Kleine auf.

Später gibt’s dann für Felicitas noch ein Betthupferl in Form von Milch, bevor sie dann gegen 22 Uhr ins Bett geht. Das mag spät wirken, allerdings hat hier keiner was davon, wenn sie um 19 Uhr schläft und ab drei oder vier Uhr morgens schon wieder munter ist. Deshalb macht sie bis etwa 20 oder 21 Uhr noch ein Nickerchen und geht danach ins Bett. Einschlafen tut sie derzeit in ihrem Bett in ihrem Zimmer, für den Nachtschlaf holen wir sie aber ins Beistellbett ins Schlafzimmer.
Die freie Zeit, wenn die Kleine schläft nutzen wir dann, um manchmal noch ein bisschen zu quatschen, einen Film zu schauen, oder mein Mann bleibt noch auf und ich lege mich auch schonmal hin. Je nachdem, wie müde ich bin.

So, das wäre unser „typischer“ Wochentag. Am Wochenende sieht das natürlich nochmal anders aus, da mein Mann dann nicht arbeiten muss und wir oft meine Eltern besuchen und so. Wie sieht euer Alltag mit Baby aus?

Blogprojekt: rohe Gedanken

In letzter Zeit kam ich nicht sonderlich viel dazu, zu bloggen. Um genau zu sein, seit etwa fünf Monaten, also die Zeit, die meine Tochter jetzt auf der Welt ist. Natürlich ist das kein Wunder, braucht so ein kleiner Mini-Mensch doch viel Zeit und Aufmerksamkeit. Trotzdem finde ich es schade, wenn hier so wenig passiert und deshalb möchte ich ein neues Blogprojekt starten!

In dem neuen Projekt hier auf dem Blog soll es darum gehen, dass ich jeden Tag einen Beitrag veröffentlichen möchte. Die Beiträge werden sich inhaltlich nicht nur mit dem Muttersein beschäftigen, sondern sollen alle Dinge abdecken, die mich interessieren und beschäftigen. Das können mal ein paar kurze Sätze sein und mal auch ganz lange und tiefgründige Texte. Die Gedanken, die ich hier veröffentliche, werden relativ roh sein, das heißt, ich werde nicht viel daran herumfeilen. Das ist einfach der kurzen Zeitspanne geschuldet, die ich für’s Schreiben und für’s Veröffentlichen habe. Denn ich muss mich ja trotzdem um Arbeit, Kind, Haushalt etc. kümmern.
Das Projekt ist zeitlich nicht begrenzt.  Ich starte heute, mitten im Monat (man braucht schließlich keinen 1., um mit etwas anzufangen) und schaue einfach, wie lange das Projekt funktioniert und mir Spaß macht.

Das Ziel des Projektes ist ganz simpel: Ich möchte wieder mehr Schreiben. Und wenn ich mir vornehme, jeden Tag ein paar Sätze zu schreiben, schaffe ich es hoffentlich, das Schreiben wieder mehr in meinen Alltag zu integrieren und meinen Tagesablauf so anzupassen, dass ich ein bisschen mehr Zeit für’s Schreiben finde. Mal schauen, ob das klappt!


Rohe Gedanken am Mittwoch, dem 18. Juli: Ich fühle mich wohl. Ja, ich bin ganz oft sehr gestresst und ja, das Muttersein ist nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Ich bin müde, ich bin immer in Alarmbereitschaft und manchmal, wenn meine Tochter weint und weint, bin ich genervt, möchte ich doch, dass sie aufhört und wieder ein glückliches Baby ist. Aber alles in allem fühle ich mich wohl. Es ist Sommer, es ist tolles Wetter, meine berufliche Situation sieht wirklich gut aus (vor allem, wenn man bedenkt, dass ich „nebenbei“ ja auch noch das Kind schaukle) und ich bin gesund. Und am Ende ist es doch das, was zählt, oder?

Unsere Wohnung nimmt immer mehr Gestalt an (klar, wir wohnen und werkeln hier ja auch erst seit gut sieben Monaten), wir werkeln im Garten hinter’m Haus und bald (also nächsten Sommer) kann unsere Tochter dort im Sandkasten buddeln und im Planschbecken toben. Es wird ganz toll, da bin ich sicher.

Arbeitstechnisch habe ich gut zu tun, was super ist, aber die Gesamtsituation natürlich auch ein bisschen stressiger macht. Gott sei Dank habe ich an der Uni ein Urlaubssemester eingelegt, sodass ich wenigstens nicht nach Düsseldorf muss. Aber auch so reichen 24 Stunden am Tag kaum aus, um alles zu erledigen, was so anfällt.

So, das war mein kleiner Zwischenstand, so allgemein. So geht’s mir im Moment. Jetzt muss ich arbeiten, die Küche aufräumen und Felicitas wickeln. Wir lesen uns morgen! ❤