Erstausstattung – das leidige Thema

Jaja, die Erstausstattung für das Baby. Ein Thema, das für viele Eltern mit der Zeit zu einem roten Tuch wird, bekommt man doch von allen Seiten vermeintlich gute Ratschläge, ob erbeten oder nicht. Mal ganz abgesehen von den vielen nützlichen (und unnützen, sein wir ehrlich) Geschenken zur Geburt bzw. für das Baby. Und im großen, weiten Internet finden sich wahrscheinlich tausend Forenbeiträge und Blogposts von Eltern, die alles und nichts besessen haben. Was wäre also eine bessere Idee, als selbst auch noch so einen Blogpost zu veröffentlichen, mit all jenen Dingen, die wir gut gebrauchen konnten und die absoluter Quatsch waren? Eben!

Bekleidung

Man sagt ja, dass ein Kind, das frisch auf dieser Erde ist, nicht viel mehr braucht als Liebe von Mama und Papa, Milch, Pampers und ein paar frische Klamotten. Deshalb fangen wir mit Letzteren auch an. Denn selbst, wenn ihr keine Möbel habt – ein paar saubere Sachen sollte das Kind schon am Leib haben!
Noch ein Hinweis vorab: Viele werdende Eltern (oder Verwandte) kaufen die kleinsten Klamotten für ihr Baby Secondhand. Das ist gut und sinnvoll. Hier müsst ihr aber darauf achten, dass manche Sachen durch das häufige Waschen und Trocknen eingelaufen sind und entsprechend kleiner ausfallen!

  • Bodys. Je nach Jahreszeit braucht ihr Bodys mit langen oder kurzen Ärmeln. Ich habe meine Tochter im Februar bekommen und hatte rund acht bis zehn Langarmbodys, plus etwa vier oder fünf mit kurzen Ärmeln. Alle Bodys waren in Größe 50/56 (bei einem Frühchen müsst ihr ggf. kleinere Größen kaufen). Felicitas hat diese Bodys angezogen bis sie etwa elf, zwölf Wochen alt war, dann haben wir nach und nach auf Größe 62 gewechselt.
    Bei den Bodys müsst ihr nur darauf achten, dass sie gut sitzen, aus möglichst angenehmen Material sind (schließlich liegen die Bodys die ganze Zeit auf viel nackter Babyhaut auf!) und nirgends einschneiden. Praktisch sind Wickelbodys, aber wir kommen auch mit den ‚klassischen‘ klar, die man über den Babykopf zieht.
    Pro-Tipp: Die klassischen Bodys kann man, wenn sie oben keine Knöpfe am Kragen haben, auch von unten an, bzw. nach unten ausziehen. Besonders praktisch, wenn die Windel explodiert oder ausgelaufen ist!
  • Strampler. Strampler sind die einfachste Möglichkeit, das Baby nett anzuziehen. Es sind Einteiler, die nicht rutschen und nicht kneifen können. Meist kann man sie an den Beinen aufknöpfen (super zum Windeln wechseln!) und sonst einfach von unten nach oben anziehen. Kauft hier am besten Strampler mit Fuß, vor allem im Winter wird das Baby so schön warm gehalten. Im Sommer machen auch Strampler ohne Fuß Sinn, da man Söckchen leichter und schneller ausziehen kann (Zwiebelprinzip).
  • Schlafanzüge. Im Prinzip sind Schlafanzüge auch nur Strampler mit Ärmeln dran. Aber sie sind, gerade im Winter und gerade nachts, unfassbar praktisch! Felicitas hat anfangs in Schlafanzügen gelebt. Auch hier eignen sich Modelle mit Fuß besonders gut, da das Baby so nachts schön muckelig eingepackt ist. Achtet beim Material aber darauf, ob sie eher für Sommer (luftiger) oder für Winter (wärmer, kuscheliger) geeignet sind.

Ob ihr darüber hinaus in den kleinsten Größen auch noch Hosen, Jäckchen, Pullis, Kleidchen, etc. anschaffen wollt, bleibt euch überlassen. Ich habe, gerade in den ersten vier Wochen, meine Tochter im Grunde nur in diese drei Kleidungskategorien gekleidet. Es kommt ja, gerade am Anfang, auch noch nicht darauf an, dass das Kind besonders schick aussieht, sondern, dass es warm eingepackt ist.
Ansonsten sind Mützen noch relativ wichtig, da Neugeborene über den Kopf die meiste Wärme abgeben und ihre Temperatur noch nicht selbst halten können. Im Hochsommer gehören leichte Mützen mit Sonnenschutz zum Standard-Repertoire und im Winter eben wärmere Mützchen, z. B. aus Baumwolle.

Zum Schlafen

Babys verschlafen in der Regel einen Großteil des Tages – zumindest in den ersten Lebenswochen. Manche sind dafür nachts umso aktiver, andere können auch dann schlafen wie ein Murmeltier. Egal jedoch, ob euer Kind nachtaktiv ist oder nicht, einige Dinge sind zum Schlafen unerlässlich!

  • Schlafsäcke. Ich empfehle, mindestens zwei Schlafsäcke zu besitzen. So kann einer benutzt und der andere gewaschen werden. Denn Babys spucken, Babys schwitzen und Babys machen klein und groß. Und manchmal landet eben etwas im Schlafsack. Und Milchflecken kleben, müffeln und verfärben sich hässlich.
    Besonders praktisch sind Schlafsäcke, die etwas größer ausfallen, aber mitwachsen. Wir haben z. B. seit Felicitas‘ Geburt einen Schlafsack in Benutzung, der Größe 68 ist. Von dem hat sie einfach noch ein bisschen länger was. Und denkt daran: Babys sollen nicht mit einer Decke zugedeckt werden, da sie sich diese nachts über den Kopf ziehen und daran ersticken könnten! Auch ein Kissen ist vollkommen unnötig!
  • Beistellbett. Jetzt mal Hand auf’s Herz: Wer hat schon Bock, nachts ständig aufzustehen, wenn das Kind knöttert, hungrig ist, in die Windel gemacht hat oder den Schnuller vermisst? Richtig, niemand. Schafft euch deshalb unbedingt ein Bett an, das ihr im Schlafzimmer an das Elternbett stellen könnt. Mal abgesehen vom Faulheits-Faktor ist das auch die sicherste Schlafmöglichkeit für euer Kind, wenn ihr den plötzlichen Kindstod vermeiden wollt.
    Natürlich kann euer Baby tagsüber oder auch abends im eigenen Bett im eigenen Zimmer schlafen (wenn es denn mag; manche Kinder können nur an Mama und / oder Papa schlafen). Aber der Nachtschlaf sollte im ersten Jahr im eigenen Bett im Elternschlafzimmer stattfinden.

Im Grunde braucht ein Baby nicht mehr zum Schlafen. Eine Spieluhr ist, gerade in den ersten Lebenswochen, nicht unbedingt nötig und mehr eine Spielerei für die Eltern. (Wir bekamen eine geschenkt und benutzen sie als Ablenkung am Wickeltisch).

Allrounder

Dass man einen Kinderwagen und einen Autositz kaufen kann, muss ich wahrscheinlich niemandem mehr erklären. Hier kommen eher Kleinigkeiten, die wir überraschend hilfreich und sinnvoll fanden.

  • Mulltücher. Das Allround-Talent! Mulltücher sind vielseitig einsetzbar: Als Spucktuch, zum Zudecken im MaxiCosi oder Kinderwagen, als Sonnenschutz im Kinderwagen, als Kuscheltuch und Spielzeug (vor allem am Wickeltisch!), als Unterlage im Kinderwagen oder auf dem Wickeltisch (gerade auswärts!) und so weiter. Wir haben insgesamt etwa zehn Tücher in Rotation, in verschiedenen Größen und Farben.
  • Hochstuhl. Die meisten Babys wollen nicht die ganze Zeit am Boden liegen, sondern am liebsten mitten im Geschehen sein! Das gilt auch schon für die ganz Kleinen, die noch nicht mal sitzen können. Deshalb ist ein Hochstuhl mit Wippe, der den Möglichkeiten des Babys angepasst werden kann, Gold wert. So kann euer Kind mit euch am Tisch sitzen, auf Augenhöhe dabei sein, egal was ihr macht und ihr könnt (zumindest manchmal) euren ganz normalen Beschäftigungen nachgehen.
  • Eine Babytrage. Ganz ehrlich – lasst euch ordentlich beraten und probiert Babytragen und Tragetücher aus. Wenn euer Kind das super findet, ist es eine der besten Investitionen, die ihr machen könnt. Unsere Trage ist die adapt von Ergobaby (NOT SPONSORED!) und wir sind sehr zufrieden. Sie wächst mit, ist ab vier Wochen geeignet und kann in verschiedenen Positionen am Körper getragen werden. Und in den meisten Babyfachgeschäften kann man die Tragen mit dem eigenen Baby drin ausprobieren. Also los!
  • Ein Badewanneneinsatz. Wir haben ein Bad mit Badewanne. Aber sonst ist in unserem Bad nicht besonders viel Platz für eine extra Babywanne. Deshalb haben wir einen Badewanneneinsatz für unser Baby gekauft. Dieser Einsatz steht rutschfest in der Wanne und nimmt wenig Platz weg. Das Baby wird einfach reingelegt und kann auch nicht wegrutschen.
    Die Kleine kann dann entspannt drin liegen, wir haben beide Hände zum Waschen und Spielen frei und das Baden macht allen Beteiligten sofort mehr Spaß. Für alle Eltern, die zwar eine Badewanne, aber sonst nicht viel Platz haben, ist so ein Einsatz wirklich empfehlenswert!

Was ist unnütz?

Tatsächlich muss ich sagen, dass wir kaum unnütze Dinge gekauft haben. Worauf wir verzichteten, bzw. was wir für unnötig erachten, erläutere ich im Folgenden.

  • Windeleimer. Es gibt ja bekanntlich tolle Systeme, bei denen man die vollen Windeln in geruchsneutralen Eimern versenken kann. Dafür muss man dann eben immer die entsprechenden Kassetten kaufen. Und da kommen wir auch schon zu des Pudels Kern: Diese Kassetten gehen auf Dauer ordentlich ins Geld und sind darüber hinaus so riesig, dass sie zwar in große Müllcontainer, nicht aber in 120-Liter-Mülltonnen passen. Deshalb haben wir uns stattdessen für einen kleinen Treteimer im Kinderzimmer entschieden, in den ganz normale Müllbeutel kommen. Der Eimer muss dann nur alle ein bis zwei Tage geleert werden (und irgendjemand geht ja immer raus!) und schon ist man das Geruchs-Problem auch los.
  • Spielzeug. Nicht, dass wir Spielzeug nicht gut fänden. Haben wir haben tatsächlich NICHTS selbst gekauft. Und das würde ich auch euch raten. Verwandte, Freunde und Bekannte schenken für den Anfang mehr als genug Spielzeug. Und in den ersten Wochen beschäftigte sich unsere Tochter sowieso nicht mit den Spielsachen, das kam erst so in den letzten vier Wochen. Und auch dann braucht ein Baby keine 20 Rasseln und 15 Kuscheltiere. Ein oder zwei spannende Sachen auf einmal reichen völlig.

Habt ihr noch weitere Tipps? Was habt ihr als super nützlich oder total unnütz empfunden? Lasst es mich gern wissen!

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