Blogprojekt: rohe Gedanken

In letzter Zeit kam ich nicht sonderlich viel dazu, zu bloggen. Um genau zu sein, seit etwa fünf Monaten, also die Zeit, die meine Tochter jetzt auf der Welt ist. Natürlich ist das kein Wunder, braucht so ein kleiner Mini-Mensch doch viel Zeit und Aufmerksamkeit. Trotzdem finde ich es schade, wenn hier so wenig passiert und deshalb möchte ich ein neues Blogprojekt starten!

In dem neuen Projekt hier auf dem Blog soll es darum gehen, dass ich jeden Tag einen Beitrag veröffentlichen möchte. Die Beiträge werden sich inhaltlich nicht nur mit dem Muttersein beschäftigen, sondern sollen alle Dinge abdecken, die mich interessieren und beschäftigen. Das können mal ein paar kurze Sätze sein und mal auch ganz lange und tiefgründige Texte. Die Gedanken, die ich hier veröffentliche, werden relativ roh sein, das heißt, ich werde nicht viel daran herumfeilen. Das ist einfach der kurzen Zeitspanne geschuldet, die ich für’s Schreiben und für’s Veröffentlichen habe. Denn ich muss mich ja trotzdem um Arbeit, Kind, Haushalt etc. kümmern.
Das Projekt ist zeitlich nicht begrenzt.  Ich starte heute, mitten im Monat (man braucht schließlich keinen 1., um mit etwas anzufangen) und schaue einfach, wie lange das Projekt funktioniert und mir Spaß macht.

Das Ziel des Projektes ist ganz simpel: Ich möchte wieder mehr Schreiben. Und wenn ich mir vornehme, jeden Tag ein paar Sätze zu schreiben, schaffe ich es hoffentlich, das Schreiben wieder mehr in meinen Alltag zu integrieren und meinen Tagesablauf so anzupassen, dass ich ein bisschen mehr Zeit für’s Schreiben finde. Mal schauen, ob das klappt!


Rohe Gedanken am Mittwoch, dem 18. Juli: Ich fühle mich wohl. Ja, ich bin ganz oft sehr gestresst und ja, das Muttersein ist nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Ich bin müde, ich bin immer in Alarmbereitschaft und manchmal, wenn meine Tochter weint und weint, bin ich genervt, möchte ich doch, dass sie aufhört und wieder ein glückliches Baby ist. Aber alles in allem fühle ich mich wohl. Es ist Sommer, es ist tolles Wetter, meine berufliche Situation sieht wirklich gut aus (vor allem, wenn man bedenkt, dass ich „nebenbei“ ja auch noch das Kind schaukle) und ich bin gesund. Und am Ende ist es doch das, was zählt, oder?

Unsere Wohnung nimmt immer mehr Gestalt an (klar, wir wohnen und werkeln hier ja auch erst seit gut sieben Monaten), wir werkeln im Garten hinter’m Haus und bald (also nächsten Sommer) kann unsere Tochter dort im Sandkasten buddeln und im Planschbecken toben. Es wird ganz toll, da bin ich sicher.

Arbeitstechnisch habe ich gut zu tun, was super ist, aber die Gesamtsituation natürlich auch ein bisschen stressiger macht. Gott sei Dank habe ich an der Uni ein Urlaubssemester eingelegt, sodass ich wenigstens nicht nach Düsseldorf muss. Aber auch so reichen 24 Stunden am Tag kaum aus, um alles zu erledigen, was so anfällt.

So, das war mein kleiner Zwischenstand, so allgemein. So geht’s mir im Moment. Jetzt muss ich arbeiten, die Küche aufräumen und Felicitas wickeln. Wir lesen uns morgen! ❤

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Monday Thoughts #1 | Das Leben geht weiter

Ich möchte eine neue Reihe hier auf dem Blog ins Leben rufen. Die Monday Thoughts, Montagsgedanken. Ich verspreche nicht, dass hier jeden Montag etwas kommt, aber immer, wenn ich einen (oder mehrere) interessanten Gedanken habe, zu dem ich ein paar Worte sagen möchte, soll ein Post dazu kommen. Und heute geht’s los.

Das Leben geht weiter.

Dieser Gedanke erscheint zunächst relativ profan. Aber lasst ihn mich zunächst näher ausführen. Mir ist neulich aufgefallen, dass nicht nur das eigene Leben (selbstverständlich) weitergeht, sondern auch das aller anderen Menschen. Bahnbrechend, ich weiß. Aber sein wir mal ehrlich – uns selbst fällt das recht selten auf. Also, dass das eigene Leben immer weitergeht. Das liegt natürlich daran, dass wir selbst unser Leben ja mitkriegen. Das heißt, wir erleben die Veränderungen direkt, während sie passieren. Wir lernen Menschen kennen, schließen Freundschaften, verlieben uns, trennen uns, heiraten, bekommen Kinder, kaufen uns ein Haus oder einen Hund. Das alles entscheiden wir bewusst und erleben wir bewusst.

Was wir hingegen nicht live mitbekommen, ist das, was in den Leben anderer Leute passiert. Das könnten alte Freunde, Ex-Partner, ehemalige Arbeitskollegen oder Mitschüler und Mitschülerinnen sein. In jedem Fall hat man diese Menschen teilweise über Jahre nicht gesehen. Und wenn man sich dann wiedertrifft, ist man regelrecht überrascht, dass das Leben auch bei diesen Menschen weitergegangen ist. Was ja im Grunde verrückt ist – immerhin hat es das bei uns ja auch.
Das hat natürlich was mit unserem Empfinden und unserer Erinnerung zu tun und damit, dass wir uns immer so an Menschen erinnern, wie wir sie zuletzt gesehen haben. Soweit, so logisch. Und dann merken wir: Natürlich hat sich auch die Welt der anderen Person weitergedreht, natürlich geht auch ihr Leben weiter.

Doch wisst ihr, was mich am meisten zum Nachdenken gebracht hat? Dass die anderen Menschen genauso überrascht sind, dass unser Leben weitergeht! Ich habe neulich jemanden getroffen, den ich inzwischen etwa zehn Jahre nicht gesehen habe und war regelrecht überrascht, wie sehr diese Person sich gewundert hat, dass ich immer noch mit meinem Mann liiert und darüber hinaus auch noch Mutter bin.
Ich dachte in diesem Moment nur: „Warum ist das denn so überraschend?“ – Ja klar, ich habe all die Entscheidungen, die dazu geführt haben, ja auch live miterlebt. Ich habe die Entscheidungen sogar selbst getroffen! Die Person, die ich traf, jedoch, hat plötzlich mich als Mutter erlebt – eine Rolle, die ich bisher ja nicht innehatte. Und das ist natürlich überraschend.

Aber dahin musste ich erstmal kommen. Es hat mich zugegebenermaßen zwei Tage beschäftigt, bis mir klar war, dass mein Gegenüber aus seiner Perspektive in der gleichen Rolle ist wie ich. Dass die andere Person auch nur ihr eigenes Leben gelebt hat und nicht das meine. Dass sie genauso überrascht ist, dass sich bei mir Dinge verändert haben in den letzten zehn Jahren, wie ich über ihr Leben.

Es ist doch verrückt, wie klein unsere Welt manchmal ist und wie schwierig es ist, über den Tellerrand zu blicken. Oder?