Monday thoughts #2 | Angekommen.

Ich muss ja mal zugeben, dass mir das Muttersein nicht „einfach so“ zugeflogen ist. Ich hatte nicht diesen Moment, direkt nach der Entbindung, in dem alles vergessen war, was vorher war und ich nur noch Augen für mein kleines Baby hatte.

Stopp!

Bevor ihr jetzt hektische Kommentare verfasst oder anfangt, zu hyperventilieren, lasst mich kurz erklären. Felicitas kam per Kaiserschnitt unter Vollnarkose zur Welt. Als ich im Kreißsaal wieder wach wurde, hatte mein Mann ein kleines, schreiendes Bündel auf dem Arm. Ich wusste sofort, dass das a) mein Baby und b) ein Mädchen ist. Die kleine Felicitas. Mit einem unfassbar lauten Organ (von wem sie das nur hat…?). Und ich war sofort so überwältigt von dieser Situation, dass ich anfing, wie ein Schlosshund zu weinen. Ich brauchte Minuten, um mich zu beruhigen.
Und dann? Brauchte ich ein Schmerzmittel. Mein Bauch tat mir nach der Tortur des Kaiserschnitts unfassbar weh, sogar beim Atmen. Also bat ich erst um etwas gegen die Schmerzen und dann darum, mein Kind auf die Brust zu bekommen. Weil ich wusste, dass ich mich nicht auf sie, auf die Situation konzentrieren könnte, wenn ich diese Schmerzen hätte. Also bekam ich Felicitas nach einem Schmerztropf auf die Brust. Und ich liebte diesen Augenblick, liebte jeden Moment.

Aber trotzdem brauchte ich Monate, um in meiner Mutterrolle endgültig anzukommen. Um voll und ganz zu realisieren, dass ich Mutter bin, dass ich eine Tochter habe und was das für mich und mein Leben bedeutet.
Die erste Zeit mit Felicitas fand ich sehr anstrengend. Das ständige Tragen und Schreien zerrt an den mütterlichen (und väterlichen) Nerven. Blähungen und Bauchweh tun ihr Übriges. Ich war oft ziemlich am Ende mit den Nerven. Doch inzwischen geht es mir viel besser. Das liegt zum Einen daran, dass Felicitas inzwischen, mit ihren vier Monaten, sehr viel ausgeglichener ist: Sie spuckt nicht mehr, sie hat kaum noch Bauchweh und pupst zwar wie ein Weltmeister — aber eben nicht schmerzhaft. Außerdem spielt sie auch gern mal alleine, z. B. unter ihrem Spielbogen, sodass ich ein bisschen arbeiten kann. Wir haben eine Tagesroutine entwickelt, in der wir beide sehr gut zurechtkommen. Sie geht inzwischen gern in ihre Trage und beobachtet die Welt gut behütet von meiner Brust aus. Und all diese Dinge haben dazu beigetragen, dass ich anfangen konnte, das Muttersein zu genießen. Ich kann gleichzeitig arbeiten, mit Felicitas spielen, sie umsorgen, mich mit Freunden treffen und den Haushalt führen und bekomme endlich mal einiges unter einen Hut!

Ich fühle mich endlich angekommen. Endlich wirklich als Mutter. Und das macht mich so froh! Was ich also jeder Frau mitgeben kann: Wenn du am Anfang nicht sofort das Gefühl hast, eine wunderbare Mama zu sein, ärgere dich nicht. Manchmal braucht man einfach ein bisschen, um in dieser Situation, in die wir kopfüber (wie in kaltes Wasser) hineingeworfen wurden, klarzukommen und uns zurechtzufinden. Es wird besser. Zumindest wurde es das bei mir. Und jetzt könnte es schöner nicht sein. ♥

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Wie man einer frischgebackenen Mama WIRKLICH helfen kann!

Versteht mich nicht falsch – viele Menschen wollen frischgebackenen Eltern in der ersten Zeit unter die Arme greifen. Allerdings scheinen die lieben Verwandten, Freunde, Nachbarn manchmal eine etwas andere Vorstellung von „Hilfe“ und „Unter die Arme greifen“ zu haben, als die frischgebackenen Eltern. Deshalb kommen hier meine ultimativen Tipps für alle, die helfen wollen.


Frag, ob du vorbeikommen darfst. Einfach vor der Tür stehen ist nun wirklich nicht die feine englische Art, schon im normalen Alltag nicht. Mit einem Baby zu Hause herrscht bei den Eltern jedoch zunächst Ausnahmezustand – ich habe etwa vier Monate gebraucht, bis ich mich an alles gewöhnt hatte. Und in diesen ersten Monaten hätte ich wahrscheinlich JEDEM, der plötzlich vor meiner Tür gestanden hätte, mit Freude die Augen ausgekratzt. Eltern sind müde, Eltern sind geschafft, Eltern stehen ständig unter Strom und sie sind (durch den Schlafentzug) leicht reizbar. Also bitte, ruft vorher an oder schreibt eine WhatsApp-Nachricht, ob bzw. wann es Mama und Papa passt.


Bring etwas zu essen mit. Gerade in den ersten Wochen werden die frischgebackenen Eltern nicht besonders oft zu wirklich nahrhaftem Essen kommen. Stattdessen wird Pizza bestellt oder die Dose Ravioli gefuttert. Dass das auf Dauer nicht besonders gesund oder lecker ist, ist ja klar. (Natürlich schmeckt Pizza in MAßEN, nicht in MASSEN!) Und deshalb: Bringt den Eltern Essen mit. Ob selbstgekochte Suppe, ein leckerer Auflauf oder frische Brötchen für einen gemütlichen Brunch – Hauptsache, es schmeckt und die Eltern müssen nichts tun, außer zu essen.


Nimm das Baby! Dieser Tipp gilt nur, wenn die Eltern das Kind freiwillig abgeben möchten. Zwingt die Eltern bitte nicht dazu – das wäre kontraproduktiv, um es mal höflich auszudrücken. Aber wenn die Eltern euch ihr Kind geben, dann nehmt es (natürlich nur, wenn ihr euch auch wohlfühlt damit. Aber ich kann euch sagen: So viel könnt ihr nicht kaputt machen), schaukelt es ein wenig und lasst den Eltern mal fünf oder zehn Minuten Zeit, sich wieder zu arrangieren. So können auch Mama und Papa mal etwas essen oder vielleicht sogar duschen. Denn dazu kommen frischgebackene Eltern nicht.


Nicht reden – machen! Ich hab‘ von vielen Bekannten und Verwandten gehört „wenn du was brauchst, sag Bescheid“. Aber das ist wirklich leichter gesagt, als getan. Deshalb kann ich euch nur raten: Helft einfach. In den seltensten Fällen wird diese Hilfe abgelehnt werden. Eure Freundin sagt, dass sie es nicht schafft, Wäsche zu waschen? Kommt vorbei, nehmt ihr wahlweise das Baby oder die Wäsche ab. Die Nichte würde so gern mal wieder zum Friseur? Geht mit ihr mit und kümmert euch in der Zeit um das Kind. Dann kann die Mama sich entspannen und ist danach wieder fit, um sich um ihr kleines Wunder zu kümmern.


Sag der Mutter nicht, was sie zu tun und zu lassen hat! Das kann niemand gebrauchen, vor allem nicht, wenn es um eine solche Ausnahmesituation geht. Und dabei ist es völlig egal, ob es um den Schlafplatz des Babys geht, um die Ernährung (stillen oder nicht? Mamas Sache!) oder um den generellen Umgang. Auch „du siehst aber fertig aus!“ ist absolute Scheiße! Wenn die Mama so fertig aussieht, dass man es ihr ansieht, dann helft doch, anstatt es ihr auch noch unter die Nase zu reiben! Bittedanketschüss.


Auch Mamas brauchen Zeit für sich selbst. Dieser Tipp ist nicht nur für das Umfeld, sondern auch für die Mamas selbst wichtig: Ja, auch eine Mama braucht mal Zeit für sich. Und dafür muss sie kein schlechtes Gewissen haben! Jede Mama hat ein unterschiedliches Bedürfnis nach sogenannter „Me-Time“ und nicht immer kann der Papa diese Zeit überbrücken oder stemmen. Kümmert euch also mal die eine oder andere Stunde um das Kindchen, damit Mama zum Beispiel in die Wanne steigen kann oder ein gutes Buch lesen. Diese Stunden sind Gold wert und Mama danach wesentlich ausgeruhter, ich verspreche es euch!


Komplimente. Dazu muss ich hoffentlich gar nicht viel sagen. Jeder Mensch freut sich darüber, wenn seine Leistung anerkannt wird. Auch Mamas. Und deswegen, sagt ihr, dass sie das toll macht. Dass sie bewundernswert ist. Oder bringt mal einen Strauß Blumen (wahlweise Kekse, Muffins oder Macarons) mit, einfach so, weil sie so eine tolle Mutti ist.


Sei verständnisvoll. Egal, was die Mama macht – habt Verständnis für ihre Situation. Das gilt vor allem, wenn ihr noch keine Kinder habt. „Ich würde das aber so und so machen!“ nervt. Das kann ich euch versprechen. Also, seid nett zu Mama – dann ist Mama auch nett zu euch.

 

Habt ihr noch weitere Tipps? Dann lasst sie mich gern in den Kommentaren wissen!